Formula Student

Wettbewerb

Die Formula Student ist ein internationaler Konstruktionswettbewerb. Dabei konstruieren und fertigen Studierende in Eigenregie einen einsitzigen Rennwagen, um sich im Anschluss mit Teams aus der ganzen Welt zu messen. Durch die Begeisterung an der Technik und die Mitarbeit an diesem einzigartigen Projekt entwickeln viele eine Motivation, die sie dazu bewegt ihr Wissen und ihre Fähigkeiten weit über das Studium hinaus selbständig weiterzubilden.

Bei der Formula Student gewinnt aber nicht einfach das schnellste Auto, sondern das Team mit dem besten Gesamtkonzept. Dieses bewertet eine Jury aus Experten der Automobil-, Motorsport- und Zuliefererindustrie nach Rennperformance, Konstruktion, Regelkonformität sowie Kostenverständnis.

Formula Student wurde 1981 in den USA von der amerikanischen Society of Automotive Engineers (SAE) gegründet. 2006 wurde der studentische Konstruktionswettbewerb vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) nach Deutschland geholt. Unter dessen Schirmherrschaft etablierte sich die Formula Student Germany (FSG) in Hockenheim als eines der größten Events weltweit.

Rennklassen

Der Antrieb der Prototypen wurde bis 2009 mit einem Verbrennungsmotor umgesetzt. Im Jahr 2010 wurde FSG durch die Einführung einer zusätzlichen Elektroklasse erweitert. Seit der Rennsaison 2017 können zudem Fahrzeuge, egal ob Verbrenner- oder Elektroauto, mit einer autonomen Steuerung teilnehmen. Für die verschiedenen Fahrzeugtypen gibt es drei etablierte Kategorien, in welchen diese gegeneinander antreten: Formula Student Combustion (FSC), Formula Student Electric (FSE) und Formula Student Driverless (FSD). Die Teams können sich entscheiden, ob sie mit einem oder mehreren Fahrzeugen – sprich in einer oder mehreren Kategorien an den Start gehen. Aktuell treten weltweit 556 Teams in der Verbrenner- und 139 in der Elektroklasse gegeneinander an.

Disziplinen

Die Formula Student hat das Ziel, die Studierenden auf den späteren Berufsalltag vorzubereiten. Somit findet neben der Vermittlung von Technologieverständnis auch eine Sensibilisierung für finanztechnische Aspekte statt. Darüber hinaus werden Soft Skills wie teamübergreifende Zusammenarbeit, rhetorische Fähigkeiten und Präsentationstechniken gefördert.

Um das Team mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion, Performance auf der Rennstrecke, Finanzplanung und einem schlüssigen Geschäftskonzept zu ermitteln, messen sich die teilnehmenden Teams in drei statischen und fünf dynamischen Disziplinen. Dabei können insgesamt 1000 Punkte erzielt werden.

 

Statics

Bewertungskriterien für die einzelnen Disziplinen:

Engineering Design Event (Verbrenner/Elektrisch/Autonom)
  • Verteidigung des technischen Konzepts
  • Qualität der technischen Umsetzung
  • Gründe für die Wahl der technischen Lösungen
  • Technische Expertise im Team
Cost and Manufacturing Event (Verbrenner/Elektrisch/Autonom)
  • Verständnis der Fertigungsprozesse und dazugehöriger Kosten
  • Verständnis der Unterschiede zwischen Prototyp und Serienfertigung, make or buy decisions und Trade-offs zwischen Qualität und Kosten
Business Plan Presentation Event (Verbrenner/Elektrisch/Autonom)
  • Entwicklung und Präsentation eines innovativen Geschäftsmodells zur erfolgreichen Vermarktung des Rennwagens
  • Verständnis betriebswirtschaftlicher Aspekte (Marketing, Personal Management, Finanzen, etc.), Präsentationsfähigkeiten
Engineering Design Event (nur Autonom)
  • Bewertung der autonomen Fahrfähigkeiten
  • Umsetzung der autonomen Funktionalitäten

Dynamics

Die restlichen 675 Punkte verteilen sich auf fünf dynamische Disziplinen. Dabei müssen die Rennwagen ihr Können auf der Rennstrecke unter Beweis stellen. Die unterschiedlichen Disziplinen fordern dabei jeweils unterschiedliche Fahrzeugeigenschaften.

Acceleration (Verbrenner/Elektrisch/Autonom)
  • 75-Meter-Gerade
  • Schnelle Beschleunigung aus dem Stand
Skid Pad (Verbrenner/Elektrisch/Autonom)
  • Kurs in Form einer liegenden Acht
  • Maximal erzielbare Querbeschleunigung
Autocross (Verbrenner/Elektrisch)
  • Rundkurs mit Geraden, Kurven und Schikanen
  • Länge ca. 1 km
  • Schnelle Rundenzeit aufgrund guter Fahrdynamik und präzisem Handling, sowie gute Beschleunigungs- und Bremseigenschaften
Endurance (Verbrenner/Elektrisch)
  • Ausdauerrennen über 22 km
  • Hauptdisziplin mit fast einem Drittel der Gesamtpunkte
  • Testen aller Fahrzeugeigenschaften und Handlings unter Dauerbelastung
Efficiency (Verbrenner/Elektrisch/Autonom)
  • Messung des Kraftstoff- bzw. Energieverbrauchs während des Endurance-Rennens in Relation zur Geschwindigkeit
Track Drive (Verbrenner/Elektrisch)
  • Ein autonomes Rennen über 10 Runden auf einer Strecke mit Geraden, engen und schnellen Kurven.

 

Verständlicher wird das Ganze mit ein paar zugehörigen Bewegtbildern. Formula Student Germany erklärt den Wettbewerb in 1,5 Minuten: